Reichtagsbrand 1933
Inhaltsangabe
Kaum ein Ereignis der deutschen Geschichte wird unter Historikern so kontrovers diskutiert wie der Brand des Reichstages am 27. Februar 1933. Unstrittig ist, dass die Nationalsozialisten davon profitierten und den Brandanschlag als Vorwand nutzten, um eine bereits geplante massive Verhaftungsaktion gegen Kommunisten, Sozialdemokraten und andere politische Gegner auszulösen. Die Reichstagsbrandverordnung legitimierte den Terror von SA und SS und wurde zur Geburtsstunde der Konzentrationslager.
Der ab September 1933 vom Reichsgericht Leipzig durchgeführte Reichstagsbrandprozess, mit dem die Nationalsozialisten die Kommunisten an den Pranger stellen wollten, wurde allerdings zum Desaster. Angebliche Aufstandspläne der Kommunisten erwiesen sich als Hirngespinst. Die vier angeklagten Kommunisten mussten freigesprochen werden, lediglich der holländische Anarchist Marinus van der Lubbe wurde zum Tode verurteilt und hingerichtet. Bereits damals hegten viele in- und ausländische Beobachter den Verdacht, dass die Nationalsozialisten selbst den Brand gelegt haben könnten. Aber auch die Alleintäterthese mit van der Lubbe als Täter kann sich auf eine Reihe von plausiblen Annahmen berufen.