Idyllen

Format: Heft
26. Dezember 2024
von: Dennis Borghardt

Dr. Dennis Borghardt ist Literaturwissenschaftler (Germanistik/Klassische Philologie) mit Forschungsschwerpunkten auf der Neueren deutschen Literatur (16.–21. Jh.), Antikenrezeption, Ästhetik und Naturphilosophie in der Frühen Neuzeit, Gattungspoetik, Gegenwartsliteratur, Literaturtheorie, Literarischen Wertung (insb. Literaturpreisen) und dem Poetischen Realismus. Er studierte Germanistik, Latinistik, Gräzistik und Philosophie und promovierte an der Universität Münster mit einer Studie zur Mechanik, Ästhetik und Poetik in der Antikenrezeption der Frühen Neuzeit (2018). Nach einem Forschungsaufenthalt an der Bibliothèque Nationale de France in Paris und der Vertretung einer Assistentenstelle an der Ruhr-Universität Bochum (Lehrstuhl Prof. Binczek) war er von 2015 bis 2023 an der Universität Duisburg-Essen als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt ›Literaturpreise im deutschsprachigen Raum seit 1990: Funktionen und Wirkungen‹ sowie als Assistent (Lehrstuhl Prof. Pontzen) tätig. Seit 2023 ist Dennis Borghardt als Lehrkraft für besondere Aufgaben am Germanistischen Institut der Universität Münster beschäftigt.

Inhaltsangabe

Wann immer im Alltag von einem ›Idyll‹, einer ›Idylle‹ oder ›idyllisch‹ die Rede ist, ist damit etwas Schönes gemeint: Erinnerungen an die Kindheit, unberührte Natur, Zustände des Friedens ebenso wie paradiesische Orte der Abgeschiedenheit, ein urtümlicher Einklang mit der Umwelt, die Beschaulichkeit ländlichen Daseins, Vorstellungen von Unschuld und ›natürlichem‹ Leben.
Solche allgegenwärtigen Verklärungen lassen sich in unterschiedlichen Traditionen lesen, die bis in die Anfänge von Literatur, Kunst und Religion zurückreichen, ja diese geradezu mitbegründen. Wenn wir heute auf Landschaftsaufnahmen blicken, die einprägsame Naturmotive enthalten oder ganze Kulturlandschaften darstellen, so drückt sich darin mehr aus als eine gegenwärtige Sehnsucht nach intakten Welten oder nach Orten von erholsamer Ruhe. Sie haben eine lange Geschichte, die von der Antike bis in die Bildwelten des gegenwärtigen Tourismus hineinreicht. Diesen Weg nachzuzeichnen, kann dabei helfen, die europäische Geschichte in ihren literarischen, künstlerischen, aber auch politischen Dimensionen besser zu verstehen.

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