Zerfall der Sowjetunion

Format: Heft
1. Januar 2022
von: Györy Dalos

György Dalos, geb. 1943 in Budapest, ist ein ungarischer Schriftsteller und Historiker. Nach seinem Geschichtsstudium an der Lomonossow-Universität Moskau arbeitete er zunächst als Museologe, bis ihm 1968 ein Berufs- und Publizierverbot aufgrund »staatsfeindlicher Aktivitäten« erteilt wurde. Später war er Mitarbeiter an der Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen und leitete von 1995 bis 1999 das Ungarische Kulturinstitut in Berlin. Heute lebt György Dalos als freier Schriftsteller in Berlin.

Inhaltsangabe

März 1991 – bei einem Referendum beantworten die Sowjetbürger die Frage, ob sie die UdSSR als Konföderation freier Republiken behalten wollen, mit überzeugender Mehrheit mit „Ja“, was praktisch einer Bejahung für Michail Gorbatschow (damals Staatspräsident der UdSSR) gleichkommt. Gleichzeitig stimmt die Mehrheit der russischen Wähler für einen neuen russischen Staat, dessen Präsident Boris Jelzin sein sollte. Gorbatschow und Jelzin einigen sich auf einen Bundesvertrag. Der ansonsten gescheiterte Putsch der Konservativen vereitelt die geplante Zeremonie der Unterzeichnung. Der Zerfall des ökonomisch bankrotten und durch nationale Konflikte zerrütteten Vielvölkerstaats UdSSR wird damit unaufhaltsam und im Dezember 1991 durch das Abkommen von Beloweschje auch offiziell verkündet – die Folgen des Ereignisses sind bis heute spürbar.

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