Die Stalin-Note vom 10. März 1952

Initiative für einen deutschen Friedensvertrag oder ein Angebot für alle Fälle?

Format: Heft
12. Dezember 2024
von: Michael Gehler

Michael Gehler, Dr. phil., lehrt seit 2006 als Professor und Leiter des Instituts für Geschichte an der Universität Hildesheim. Gehler forscht über die österreichische, deutsche und europäische Zeitgeschichte. Forschungsschwerpunkte sind die Regionalgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Südtirolfrage sowie internationale Beziehungen mit Schwerpunkt auf der europäischen Integration. Publikationen zu Europa u. a.: Europa. Ideen, Institutionen, Vereinigung, Zusammenhalt. Olzog, München 2005, (3. Auflage, Lau-Verlag, Reinbek 2018), Österreichs Weg in die Europäische Union. Studien-Verlag, Innsbruck u. a. 2009, Europa. Von der Utopie zur
Realität (= Haymon Taschenbuch. Bd. 138). Haymon, Innsbruck u. a. 2014 (= stark erweiterte und aktualisierte Neuauflage von Europa. Von der Utopie zum EURO).

Inhaltsangabe

Am 10. März 1952 richtete der Kreml an den amerikanischen, britischen und französischen Botschafter in Moskau eine diplomatische Note mit dem Vorschlag zur Verhandlung eines Entwurfs für einen Friedensvertrag mit Deutschland. Er sah die Wiederherstellung eines einheitlichen deutschen Staates auf «demokratischer Grundlage», den Abzug aller Streitkräfte ein Jahr nach dessen Inkrafttreten unter Gewährung der Grundrechte und die Verpflichtung, keinerlei Koalitionen oder Bündnissen anzugehören, sowie nationale Streitkräfte vor. Das deutsche Territorium sollte in den Grenzen des Potsdamer Abkommens, also ohne die Gebiete östlich der Oder-Neiße, festgelegt sein. Der Streit über Ablehnung, Befürwortung und Ernsthaftigkeit der «Stalin-Note» sowie die Frage nach der Verantwortung für die deutsche Teilung beschäftigt die historische Forschung seit Jahrzehnten. Dieser Beitrag zeichnet die Debatte nach und versucht der Thematik auf den Grund zu gehen.

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