Die Spanische Grippe 1918/19
Inhaltsangabe
Ein erkrankter US-Präsident, ein infizierter britischer Premierminister, Maskenpflicht und Stilllegung des öffentlichen Lebens einerseits, nachlässige Behörden und Regierungen andererseits, überforderte Gesundheitssysteme, ratlose Mediziner, mehrere Krankheitswellen in kurzem Abstand und Millionen von Toten. Was wie eine Momentaufnahme aus dem Jahr 2020 während der Covid-19-Pandemie klingt, ereignete sich bereits ein Jahrhundert zuvor: In der Endphase des Ersten Weltkriegs suchte eine der tödlichsten Pandemien der Geschichte die Menschheit heim. Die sogenannte Spanische Grippe von 1918/19 forderte weltweit zwischen 30 und 50, nach manchen Schätzungen sogar bis zu 100 Millionen Opfer. Sie hat jedoch in vielen Teilen der Welt, Europa eingeschlossen, kaum nachhaltige Spuren hinterlassen. Unsere visuelle Vorstellung von der Pandemie wie auch der Umgang damaliger Gesellschaften mit der Seuche ist daher vor allem durch Bilder aus den USA geprägt. Die Vereinigten Staaten waren zwar 1917 ebenfalls in den Ersten Weltkrieg eingetreten. Sie besaßen im Gegensatz zu anderen hoch entwickelten, nach vier Jahren des Weltkrieges aber erschöpften Staaten wie Deutschland, Frankreich oder Großbritannien genügend Ressourcen, um den Kampf gegen die Grippe im eigenen Land aufzunehmen und ihn zugleich für die Nachwelt fotografisch festzuhalten. Eine illustrierte Geschichte der Spanischen Grippe wird daher mangels Alternativen immer USA-lastig sein, obwohl die Vereinigten Staaten in Bezug auf die Gesamtbevölkerung wesentlich weniger Grippeopfer zu verzeichnen hatten als die meisten anderen Länder der Welt.