Raumschiff Erde

Geschichte des Umweltbewusstseins in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert

Format: Buch
21. Dezember 2022
von: Udo Grashoff

Udo Grashoff ist Historiker und Schriftsteller. Er hat Biochemie, Germanistik, Geschichte und Literaturwissenschaft studiert. 2006 promovierte er zum Thema Selbsttötungen in der DDR. Von 2014 bis 2020 war er als DAAD-Hochschuldozent am University College London tätig. 2019 wurde er an der Universität Leipzig habilitiert. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Publikationen vor allem zur Geschichte der DDR veröffentlicht, so zum Volksaufstand am 17. Juni 1953, zur Biermann- Ausbürgerung sowie zur Friedlichen Revolution 1989. Sein besonderes Interesse gilt Tabuthemen wie Selbsttötung oder illegales Wohnen. Grashoffs neuestes Buch schildert den brutalen Haftalltag im DDR-Jugendgefängnis »Jugendhaus Halle«. Udo Grashoff lehrt als außerplanmäßiger Professor an der Universität Leipzig und forscht im Rahmen eines DFG-Projektes am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung Dresden zum Umgang mit kommunistischen und sozialdemokratischen NS-Kollaborateuren im Nachkriegsdeutschland und in Österreich.

Inhaltsangabe

Im Zentrum des modernen Umweltbewusstseins steht die Einsicht, dass die natürliche Umwelt immer mehr durch menschliche Aktivitäten geformt wird, woraus sich eine große Verantwortung der Menschheit für die Zukunft der Erde ergibt. Unser Planet kreist wie ein Raumschiff durch das Weltall, und die Menschheit muss lernen, das Steuer so zu bedienen, dass das Ökosystem Erde nicht zerstört wird. Anfänge eines ökologischen Krisenbewusstseins lassen sich schon im 19. Jahrhundert nachweisen. Es gab bereits im deutschen Kaiserreich, lange vor den Protesten von »Fridays for Future«, Volksinitiativen gegen die Umweltverschmutzung durch die Industrie. Aber erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts etablierte sich die Erkenntnis, dass ökologische Probleme die Existenz der gesamten Menschheit betreffen. Die Kritik an den umweltzerstörenden Folgen der Moderne war Ausdruck einer durch größeren Wohlstand gestiegenen Bereitschaft, Umweltprobleme ernst zu nehmen. Dieses Buch beschreibt die Entwicklung des Umweltgedankens über die Heimatschutz- und Lebensreformbewegung um 1900, die Umweltgesetzgebung im »Dritten Reich« bis hin zur globalen Bewusstseinswende um 1970 und der daraufhin erfolgten Herausbildung einer Umwelt-Bürgerbewegung. Dabei zeigt sich, dass Umweltbewegungen an ganz unterschiedliche Ideologien anschlussfähig waren.

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