Die RAF in den 1980er-Jahren

Format: Heft
29. Dezember 2022
von: Jan- Hendrik Schulz

Inhaltsangabe

Die Geschichte der Roten Armee Fraktion (RAF), einer linksradikalen terroristischen Vereinigung in der Bundesrepublik Deutschland, in den 1980er-Jahren gilt als bilderlose Zeit. Eine Ausnahme ist das Foto der zerstörten Limousine des Vorsitzenden der Deutschen Bank Alfred Herrhausen, der am 30. November 1989 einem Bombenattentat der RAF zum Opfer fiel. Das Autowrack ist vielen Zeitgenoss/innen gemeinsam mit Fotos aus den „Hochzeiten des Terrorismus“ in den 1970er-Jahren, die insbesondere während des Deutschen Herbstes 1977 entstanden waren, im Gedächtnis geblieben. Dabei ist die Geschichte der RAF in ihrer Spätphase wesentlich facettenreicher und zudem fotografisch dokumentiert, wenngleich nur versprengt. Die gesellschaftliche Auseinandersetzung der 1980er-Jahre konzentrierte sich hauptsächlich auf die drei kollektiven Hungerstreiks von RAF-Gefangenen 1981, 1984/85 und 1989. Während es im Grunde aus dem Haftalltag der Inhaftierten keine Bilder gibt, lassen sich fotografische Spuren des Konflikts zwischen Staat und RAF in dieser Zeit außerhalb der Gefängnismauern finden. Es sind Bilder von Anschlagsorten, Fahndungsplakaten, Demonstrationen und anderen öffentlichen Protestformen zur Unterstützung der damals schon „vergessenen“ Gefangenen. Die Tatsache des Fehlens ikonographischer Darstellungen – bis eben auf den Anschlag auf Herrhausen – hat die historische Wahrnehmung zum Komplex RAF bis heute in hohem Maß mitgeprägt.

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