"ausgebrannt, ausgeplündert, ausgestoßen" Die Pogrome gegen die jüdischen Bürger Thüringens im November 1938
Quellen zur Geschichte Thüringens
Inhaltsangabe
Im November 2008 gedenken die Thüringer an zahlreichen Orten der Ereignisse vor 70 Jahren, als auch in Thüringen die Synagogen brannten. Gedacht wird den Opfern der Novemberpogrome vom 9. auf den 10. November 1938. Vielen Menschen ist der Begriff „Reichskristallnacht“ für dieses Ereignis geläufiger. Den Auftakt zur reichsweiten Aktion gegen die jüdische Minderheit gaben nach der Aufforderung aus München die verantwortlichen NSDAP-Funktionäre mit den ersten Ausschreitungen am 9. November in Kassel. Mit dem Befehl an die Gliederungen der NSDAP, SA, SS und NSKK Zivilkleidung zu tragen versuchte man, den zentral gelenkten Gewaltausbruch den Anschein eines spontan ausbrechenden Volkszorns zu geben. Den Pogromen fielen sowohl kulturell-religiöses wie unternehmerisches und privates Eigentum der jüdischen Bevölkerung zum Opfer. In Thüringen wurden in dieser Nacht neun Synagogen zerstört, zwei Gebetsräume geplündert und das Inventar öffentlich verbrannt. Noch vorhandene jüdische Geschäfte wurden systematisch zertrümmert und beraubt, Privatwohnungen demoliert, Vermögenswerte konfisziert.