Ostpolitik
7. Dezember 1970
Inhaltsangabe
Am 7. Dezember 1970 war für 12:00 Uhr in der polnischen Hauptstadt die Unterzeichnung des Warschauer Vertrages vorgesehen. Es begann mit der historischen Reise Willy Brandts nach Erfurt im März 1970, wo er DDR-Ministerpräsident Willi Stoph traf, und dessen Gegenbesuch
in Kassel vier Wochen später. Der Schlüssel für Erfolg oder Misserfolg der neuen Politik lag im Kreml. Willy Brandts Vertrauter, Egon Bahr,
erreichte nach 55 Stunden Verhandlungen in Moskau eine Einigung mit den Sowjets. Im August 1970 wurde der Moskauer Vertrag unterzeichnet; es folgte der Warschauer Vertrag im Dezember und ein Jahr später das Viermächteabkommen der vier Alliierten über Berlin. 1972 ging es dann um die Ratifizierung der Ostverträge im Deutschen Bundestag – mit dem gescheiterten konstruktiven Misstrauensvotum der CDU/CSU-Opposition gegen Willy Brandt.