Jugendwerkhöfe in Thüringen

Sozialistische Umerziehung zwischen Anspruch und Realität

Format: Buch
25. März 2014
von: Isabel Schmidt

Inhaltsangabe

„Wenn du nicht hörst, kommst du in ein Heim!“ Diesen Spruch hörten viele Kinder von ihren Eltern, wenn sie sich nicht den Vorstellungen entsprechend verhielten. Für die Erziehungsberechtigten war es nur eine leere Warnung, für ehemalige DDR-Heimkinder eine bittere Erkenntnis. Während heute Eltern selbst den Inhalt und die Ziele der Kindererziehung bestimmen, definierte in der DDR der Staat anhand ideologischer Überzeugungen das Erziehungsziel für alle Heranwachsenden: Jeder DDR-Bürger sollte zu einer „sozialistischen Persönlichkeit“ erzogen werden. Dieses Erziehungsziel erreichten viele Jugendliche nicht. In diesem Fall übernahm der Staat die Erziehung und wies die Betroffenen in einen Jugendwerkhof ein. Allein in Thüringen gab es zehn dieser Einrichtungen, in denen mit stupiden Methoden, Zwang, Unterdrückung und gezielter Ideologisierung versucht wurde, vermeidlich „schwererziehbare“ Jugendliche zu einwandfreien sozialistischen Bürgern umzuerziehen.

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