Technische Infrastruktur
Inhaltsangabe
Man kann die technische Infrastruktur als eine Art Maschine zur Entlastung von Arbeit und mühseliger Alltagsverpflichtung verstehen. Insofern bildet sie den »Unterbau der Gesellschaft«. Denn sie ist Voraussetzung für die Herstellung, Verteilung und Verwendung von Waren und Dienstleistungen. Dazu zählen die leitungsgebundene Versorgung mit Elektrizität, Gas, Fern- und Nahwärme sowie Wasser, die Entsorgung von Abwässern und Abfällen, die Informations- und (Tele-)Kommunikationssysteme ebenso wie die verschiedenen Transportsysteme. Im Siedlungsraum der Industriestaaten ist die Ausbreitung der Netze nahezu flächendeckend, und ihre Infrastrukturleistungen sind weitgehend unabhängig von Tages-, Nacht- und Jahreszeit verfügbar. In gewisser Weise kann man sagen, dass die Angst vor der Cholera so etwas wie den Beginn moderner Stadtentwicklung markiert. Das war in London Mitte des 19. Jahrhunderts so, das führte aber auch in Berlin zu einer ganz neuen Dynamik. Das war der Ausgangspunkt für einen enormen zivilisatorischen Entwicklungssprung. Doch so wichtig das heute für das reibungslose Funktionieren unseres Alltags ist, so wenig Aufmerksamkeit findet diese Form der Daseinsvorsorge. Erst wenn der Müll nicht abgeholt wird, wenn Strom- und Wasserleitungen den Dienst versagen oder Internetknoten sabotiert werden, scheinen wir uns dessen so richtig bewusst zu werden.