Mohanda Karamchand Gandhi
1869-1948
Inhaltsangabe
Die Ikone „Mahatma Gandhi“ hat ihre eigene Kraft und Bedeutung jenseits der historischen Figur des Mohanda Karamchand Gandhi. Gandhiplakate hängen in vielen Jugendzimmern. Gandhizitate finden sich in vielen Alben oder sind zu Kalendersprüchen verkommen. Dazu beigetragen hat u. a. der bedeutende Film „Gandhi“ von Sir Richard Attenborough (1983), der seitdem maßgeblich das Bild Gandhis als einer „Heiligenfigur“ prägt. Auch wenn in der Wahrnehmung der filmische und der historische Gandhi (1869–1948) ineinander fließen, bemüht sich der Text um Historizität. Dabei wird als erstes deutlich, dass Gandhi und seine Herkunftskultur uns fremd erscheinen. Er hat andere Vorstellungen von der Welt; seine Eltern und seine Frau mahnten ihn vor seiner ersten Europareise, westlichen Lebensweisen und Denkgewohnheiten nicht anheim zu fallen. Zuerst von seinen Schülern – vor allem von Martin Luther King – „übersetzt“ in unsere Denk- und Handlungsweisen scheint er uns näher als er es vielleicht ist – in seiner tiefen Religiosität, in seiner Gebundenheit an indische Traditionen, in der Radikalität seiner Leidensbereitschaft und zugleich in seiner großen Offenheit und Freundlichkeit gegenüber allen Menschen, denen er begegnete. Es gibt also viel zu entdecken…