Mohanda Karamchand Gandhi

1869-1948

Format: Heft
10. Dezember 2020
von: Gottfried Orth

Gottfried Orth, Dr. phil., Dr. habil.theol., Universitätsprofessor, geb. 1952 in Darmstadt; Studium der Theologie, Philosophie, Soziologie und Diakoniewissenschaft in Heidelberg, Montpellier, Frankfurt
und Zürich; 1978 Promotion, 1988 Habilitation an der Universität Frankfurt/Main, dort Privatdozent und apl. Professor, von 1991 bis 1997 RWTH Aachen, von 1998 bis zu seiner Emeritierung an
der TU Braunschweig. Pfarrer und Erwachsenenbildner. Mitglied im Team des ORCA-Instituts für Konfliktmanagement und Training Bad Oeynhausen.

Inhaltsangabe

Die Ikone „Mahatma Gandhi“ hat ihre eigene Kraft und Bedeutung jenseits der historischen Figur des Mohanda Karamchand Gandhi. Gandhiplakate hängen in vielen Jugendzimmern. Gandhizitate finden sich in vielen Alben oder sind zu Kalendersprüchen verkommen. Dazu beigetragen hat u. a. der bedeutende Film „Gandhi“ von Sir Richard Attenborough (1983), der seitdem maßgeblich das Bild Gandhis als einer „Heiligenfigur“ prägt. Auch wenn in der Wahrnehmung der filmische und der historische Gandhi (1869–1948) ineinander fließen, bemüht sich der Text um Historizität. Dabei wird als erstes deutlich, dass Gandhi und seine Herkunftskultur uns fremd erscheinen. Er hat andere Vorstellungen von der Welt; seine Eltern und seine Frau mahnten ihn vor seiner ersten Europareise, westlichen Lebensweisen und Denkgewohnheiten nicht anheim zu fallen. Zuerst von seinen Schülern – vor allem von Martin Luther King – „übersetzt“ in unsere Denk- und Handlungsweisen scheint er uns näher als er es vielleicht ist – in seiner tiefen Religiosität, in seiner Gebundenheit an indische Traditionen, in der Radikalität seiner Leidensbereitschaft und zugleich in seiner großen Offenheit und Freundlichkeit gegenüber allen Menschen, denen er begegnete. Es gibt also viel zu entdecken…

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