Europa

Format: Heft
16. Dezember 2020
von: Michael Gehler

Michael Gehler, Dr. phil., lehrt seit 2006 als Professor und Leiter des Instituts für Geschichte an der Universität Hildesheim. Gehler forscht über die österreichische, deutsche und europäische Zeitgeschichte. Forschungsschwerpunkte sind die Regionalgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Südtirolfrage sowie internationale Beziehungen mit Schwerpunkt auf der europäischen Integration. Publikationen zu Europa u. a.: Europa. Ideen, Institutionen, Vereinigung, Zusammenhalt. Olzog, München 2005, (3. Auflage, Lau-Verlag, Reinbek 2018), Österreichs Weg in die Europäische Union. Studien-Verlag, Innsbruck u. a. 2009, Europa. Von der Utopie zur
Realität (= Haymon Taschenbuch. Bd. 138). Haymon, Innsbruck u. a. 2014 (= stark erweiterte und aktualisierte Neuauflage von Europa. Von der Utopie zum EURO).

Inhaltsangabe

Die Ursprünge Europas reichen weit zurück in den Vorderen Orient. Gleichwohl erlebte in der Renaissance die Welt der Antike eine Wiedergeburt. Kulturelle Einflüsse „von außen“ spielten immer eine Rolle. Das christliche Europa stand nicht immer für Frieden und Einheit des Kontinents, sondern ganz im Gegenteil für Kreuzzüge, Kriege und Spaltungen. Aus der Abwehr von äußeren Bedrohungen und Gefahren bezog die europäische Einigungsidee immer wieder ihre Kraft. Dabei

spielten auch berühmte Personen eine Rolle wie Karl der Große oder Johann III. Sobieski. Domschulen, Klöster und Universitäten dienten als Prägestätten und Traditionsvermittler des Geistes und Wissens. Architektur und Kunst wie die Romanik und die Gotik sind stilbildende Träger der europäischen Baugeschichte. Statt Einheitlichkeit zeichnete Europa im herrschaftlich-politischen Bereich vielmehr eine Vielfalt der Erscheinungsformen aus. Im Unterschied zum orientalischen Raum setzte sich in Europa die Trennung von Kirche und Staat als politisches Strukturprinzip durch. Geistliche und weltliche Macht standen sich im Mittelalter gegenüber. Als politische Entscheidungsträger folgten der Adels- und Ständemacht die Bürgergesellschaft und die Arbeiterschaft. Sie förderten jeweils gesellschaftliche Konkurrenz. Gewaltentrennung und Herrschaftsteilung waren Ausdruck der Vielfalt Europas und dienten als Produktivitätsmotoren.

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