DÖNER

Format: Heft
9. Dezember 2021
von: Miriam Stock

Miriam Stock; Dr. phil. ist seit 2016 Juniorprofessorin für Cultural Studies an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd; Studium der Geografie an der Ludwigs-Maximilians-Universität München bis 2007; 2008 bis 2011 Stipendiatin des Graduiertenkolleg „Transnationale
Räume“ an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder; dort 2013 Promotion; ihre Dissertation erschien unter dem Titel „Der Geschmack der Gentrifizierung. Arabische Imbisse in Berlin“ 2013
bei transcript; Zahlreiche Veröffentlichungen zu Stadtentwicklung und Konsum, Transkulturalität des Kulinarischen. Info: https://www.ph-gmuend.de/einrichtungen/lehrende/s/stock-miriam

Inhaltsangabe

Über kaum einen Snack gibt es so viele Gründungsmythen wie über den Döner. Auf berlin.de, dem offiziellen Hauptstadtportal, heißt es in einem Artikel von 2019: „Döner Kebab ist eine Berliner Erfindung.“ In dem Artikel, der unter der Tourismus-Sektion platziert ist, liest man weiter: „Es geschah in Berlin: Kadir Nurman steckte 1972 als Erster das Fleisch in den Fladen – und hatte den Döner erfunden. Heute ist er so beliebt wie Currywurst und Burger.“ Ob sein Imbiss am Berliner Zoo tatsächlich der erste Döner-Imbiss war, ist jedoch umstritten. So schrieb die Frankfurter Rundschau am 24.02.2001: „Meymet Aygün war 16 Jahre alt, als er 1971 beim Aushelfen im Restaurant seines Onkels auf die geniale Idee kam (…) das türkische Tellergericht namens Döner Kebab ins Brot zu klemmen und für Zwoofuffzich zu verkaufen“. Und später behauptete der Schwabe Nevzat Salim in der Welt vom 26.10.2013, schon 1969 den Döner, wie es ihn heute gibt, in Reutlingen erfunden zu haben. Zudem gibt es Aufzeichnungen, dass der Döner im Brot ungefähr zeitgleich, Anfang der Siebzigerjahre, auf dem Markt in großen Städten wie Istanbul aufgetaucht ist.

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