Die DDR im Jahr 1977

Format: Buch
13. November 2019
von: Udo Grashoff

Udo Grashoff ist Historiker und Schriftsteller. Er hat Biochemie, Germanistik, Geschichte und Literaturwissenschaft studiert. 2006 promovierte er zum Thema Selbsttötungen in der DDR. Von 2014 bis 2020 war er als DAAD-Hochschuldozent am University College London tätig. 2019 wurde er an der Universität Leipzig habilitiert. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Publikationen vor allem zur Geschichte der DDR veröffentlicht, so zum Volksaufstand am 17. Juni 1953, zur Biermann- Ausbürgerung sowie zur Friedlichen Revolution 1989. Sein besonderes Interesse gilt Tabuthemen wie Selbsttötung oder illegales Wohnen. Grashoffs neuestes Buch schildert den brutalen Haftalltag im DDR-Jugendgefängnis »Jugendhaus Halle«. Udo Grashoff lehrt als außerplanmäßiger Professor an der Universität Leipzig und forscht im Rahmen eines DFG-Projektes am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung Dresden zum Umgang mit kommunistischen und sozialdemokratischen NS-Kollaborateuren im Nachkriegsdeutschland und in Österreich.

Inhaltsangabe

Im Jahr 1977 ist im Osten Deutschlands auf den ersten Blick wenig passiert. Die entscheidenden Dramen spielten sich eher im Kleinen sowie hinter verschlossenen Türen ab. Daher blickt der Autor dieses Büchleins hinter die Kulissen des „Arbeiter-und-Bauern-Staates“ und fördert eine Reihe von scheinbar alltäglichen Begebenheiten zutage, die wesentliche Einblicke in das normale Funktionieren der DDR geben. Sowohl in Wirtschaft, Kultur und Politik griff Ernüchterung um sich. Sei es die Kaffee-Krise oder die Ausreisebewegung, die Mittag-Kommission oder die Bahro-Verhaftung, der Ausbau der Intershops oder das neue Arbeitsgesetzbuch – die vielfältigen Beispiele verdeutlichen, dass das Jahr 1977 ein Jahr fundamentaler Weichenstellungen war, in deren Folge die SED-Führung die materiellen und ideellen Fundamente der DDR zunehmend aushöhlte.

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