Die DDR im Jahr 1968

Format: Buch
19. November 2025
von: Udo Grashoff

Udo Grashoff ist Historiker und Schriftsteller. Er hat Biochemie, Germanistik, Geschichte und Literaturwissenschaft studiert. 2006 promovierte er zum Thema Selbsttötungen in der DDR. Von 2014 bis 2020 war er als DAAD-Hochschuldozent am University College London tätig. 2019 wurde er an der Universität Leipzig habilitiert. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Publikationen vor allem zur Geschichte der DDR veröffentlicht, so zum Volksaufstand am 17. Juni 1953, zur Biermann- Ausbürgerung sowie zur Friedlichen Revolution 1989. Sein besonderes Interesse gilt Tabuthemen wie Selbsttötung oder illegales Wohnen. Grashoffs neuestes Buch schildert den brutalen Haftalltag im DDR-Jugendgefängnis »Jugendhaus Halle«. Udo Grashoff lehrt als außerplanmäßiger Professor an der Universität Leipzig und forscht im Rahmen eines DFG-Projektes am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung Dresden zum Umgang mit kommunistischen und sozialdemokratischen NS-Kollaborateuren im Nachkriegsdeutschland und in Österreich.

Inhaltsangabe

Die DDR lag im Windschatten der großen Ereignisse des Jahres 1968. Die westliche Welt wurde durch Jugendrevolten erschüttert, die eine nachhaltige Kulturrevolution einläuteten. In der Tschechoslowakei marschierten sowjetische Truppen ein und zerschlugen das als „Prager Frühling“ bekannt gewordene Experiment, das einen reformierten Sozialismus „mit menschlichem Antlitz“ schaffen wollte. In der DDR blieb es in diesem geschichtsträchtigen Jahr ruhig, es kam weder zu studentischen Unruhen noch zu schweren politischen Konflikten. Dafür prägten Diskussionen um eine neue Verfassung, die Sprengung von Kirchen, Sporterfolge, Mauertote, Solidaritätskampagnen, staatliche Maßnahmen zur Suizidprävention, eine Rentenreform, das neue Strafrecht sowie Aufsehen erregende Modelle der Jugendmode das Leben im SED-Staat. Die Revolte fand nicht statt, den „heißen Sommer“ gab es nur auf der Kinoleinwand.

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