Dezember 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr neigt sich langsam, aber sich dem Ende entgegen. Grund genug für uns als Landeszentrale, einen Rückblick auf das Jahr 2025 zu werfen – und einen ersten Ausblick auf 2026 zu wagen.

Das erste große Highlight des Jahres bildeten die Wahlkreisforen, die wir anlässlich der vorgezogenen Bundestagswahlen vom 23. Februar in allen acht Thüringer Wahlkreisen gemeinsam mit der Funke Mediengruppe im Januar und Februar organisierten.

Gleichzeitig war das Jahr geprägt durch das Gedenken an 80 Jahre Befreiung vom Nationalsozialismus und 35 Jahre Wiedervereinigung. In zahlreichen Veranstaltungen und Formaten haben wir der Opfer des Nationalsozialismus gedacht und über die Folgen der Deutschen Einheit und Transformation diskutiert.

Gesprächsbedarf gab und gibt es auch zur Zukunft und Rolle der politischen Bildung. Dies hat nicht zuletzt der erste Landeskongress politische Bildung, den wir gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung in Gera durchgeführt haben, gezeigt.

Auch hinter den Kulissen hat sich in den letzten Monaten einiges bewegt. Wir haben getüftelt, gestaltet und gefeilt. Woran genau? Das bleibt zwar bis 01.01.2026 noch unser Geheimnis, so viel sei allerdings verraten: Es wird eine sichtbare Veränderung, auf die wir uns freuen!

Ebenso wie darauf, Sie auch im kommenden Jahr auf unseren Veranstaltungen begrüßen zu können und gemeinsam mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Ihre Franziska Wittau,
Leiterin der Thüringer Landeszentrale für politische Bildung


Rückblick
Wahlkreisforen zur Bundestagswahl

 

Auch wenn politische Bildung in der Demokratie immer von Relevanz ist, zeigt sie sich im Vorfeld von Wahlen im besonderen Maß. Sie schafft Orientierung und unterstützt dabei, sich ein eigenes, fundiertes Urteil zu bilden.

Mit den Wahlkreisforen zur Bundestagswahl haben wir diesen Anspruch praktisch umgesetzt. In Kooperation mit FUNKE Medien Thüringen haben die Direktkandidatinnen und -kandidaten der Thüringer Wahlkreise zu aktuellen politischen Themen diskutiert. Die Bürgerinnen und Bürger konnten sich mit Fragen beteiligen und so einen direkten Eindruck von den unterschiedlichen Perspektiven gewinnen.


Rückblick
80 Jahre Kriegsende und Befreiung vom Nationalsozialismus

 

In zahlreichen Gedenkveranstaltungen, Lesungen und Zeitzeugengesprächen hat sich gezeigt, wie notwendig und wichtig eine lebendige Erinnerungskultur bleibt – insbesondere angesichts eines zunehmenden Geschichtsrevisionismus. Ein besonderes Highlight war das Zeitzeugengespräch mit Ingeburg Geißler mit Erfurter und Neudietendorfer Schülerinnen und Schülern.

Die in Erfurt geborene Ingeburg Geißler wurde im Januar 1945 noch nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau nach Theresienstadt deportiert. Ihre Schilderungen zeigten eindrücklich, wie sehr die Grausamkeit des NS-Regimes den gesamten Alltag durchdrang – und sind eine dringende Mahnung gegen das Vergessen.


Rückblick
35 Jahre Wiedervereinigung

 

Am 3. Oktober jährte sich die Wiedervereinigung zum 35. Mal. Im Rahmen unserer Bildungsarbeit haben wir den Blick dabei bewusst nicht nur auf die Feierlichkeiten, die Freude und Aufbruchsstimmung im Jahr 1990 gelegt, sondern auch und vor allem die Transformationszeit der 1990er Jahre in den Blick genommen. Sie prägt bis heute, wie auf die DDR zurückgeschaut wird – und wie Menschen ihre Biografien deuten. Sie stehen für Hoffnung, Aufbruch und neue Chancen, aber auch für Verluste und Unsicherheiten.

Dies zeigte sich etwa in den Diskussionen anlässlich der ersten freien Volkskammerwahlen, die wir in mehreren Orten in Thüringen gemeinsam mit dem Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Evangelischen Akademie durchgeführt haben.


Rückblick
Landeskongress politische Bildung

 

„Stark machen! – Politische Bildung zusammen weiter denken“. Unter diesem Motto kamen Ende Oktober rund hundert Akteurinnen und Akteure der politischen Bildung in Gera zum Thüringer Landeskongress zusammen. Ziel war es, sich gegenseitig zu stärken, neue Methoden kennenzulernen und Räume für Austausch und Empowerment zu öffnen.

Der Kongress machte deutlich: Politische Bildung braucht den Dialog – durch Kooperation, Reflexion und gegenseitige Unterstützung. Daran möchten wir im kommenden Jahr anknüpfen: mit neuen Formaten, die den Austausch der politischen Bildnerinnen und Bildner in Thüringen weiter fördern und gemeinsame Räume schaffen.


Ausblick 2026
Studienreise nach Polen

 

Nach längerer Zeit bieten wir vom 04. bis 12. Juli 2026 wieder eine Studienreise nach Ostpolen an. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit der systematischen nationalsozialistischen Vernichtungspolitik der „Aktion Reinhardt“ und dem erinnerungskulturellen Bildungsarbeit heute. Die Reise nach Warschau, Lublin und den Gedenkstätten Majdanek, Belzec und Sobibor lädt dazu ein, die Bedeutung historisch-politischer Bildungsarbeit und der Wege des Gedenkens zu reflektieren.

Anmeldungen zur als Bildungsurlaub anerkannten Studienreise sind ab Januar 2026 möglich. Ein erstes Vorbereitungstreffen zur Studienreise am 28. Januar 2026, 18:00 Uhr (digital) wird das Programm näher vorstellen und die Möglichkeit bieten, Fragen zu stellen. Bitte melden Sie sich zur Teilnahme unter veranstaltungen@lzt.thueringen.de an. Die Zugangsdaten zum Meeting werden am Vortag des Vorbereitungstreffens versendet.


Ausblick 2026
Augen-Auf-Kinotag in Erfurt

 

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus findet der Kinotag „Augen auf“ 2026 das erste Mal in Erfurt statt. Am 27. und 28. Januar wird im CinceStar Erfurt ein speziell für Schulklassen konzipiertes Filmprogramm gezeigt, das as von Gesprächen mit Filmgästen begleitet wird. Lehrkräfte können sich mit Fortbildungen und Unterrichtsmaterialien auf den Besuch vorbereiten.

Ein öffentliches Kinoevent am Abend des 27. Januar eröffnet den Kinotag in Erfurt. Gezeigt wird ein Premierenfilm, im Anschluss findet ein Podiumsgespräch mit Gästen aus Film, Kultur und Gesellschaft statt.

 


Ausblick 2026
Mach den Unterschied! – Peer-Ausbildung gegen Cybermobbing

 

Vom 5. bis 7. März 2026 findet in der Jugendbildungsstätte „Junker Jörg“ in Eisenach eine Schulung für Jugendliche statt, die sich aktiv gegen Cybermobbing engagieren möchten.

In der dreitägigen Peer-Ausbildung lernen die Teilnehmenden, wie digitale Gewalt entsteht, welche Folgen sie hat und wie man wirkungsvoll dagegen vorgeht. Gemeinsam entwickeln sie eigene Aktionen, um in Schule, Verein oder Online-Community ein Zeichen für Respekt und Fairness zu setzen.

Die Teilnahme kostet 15 Euro (inkl. Unterkunft und Verpflegung). Eine Freistellung von der Schule ist für Donnerstag und Freitag möglich.

Anmeldungen sind bis 14. Februar 2026  möglich.

 


 

Kontakt

Telefonnummer: 0361 / 57 32 12 701
E-Mail Adresse: info@lzt.thueringen.de