Fake History? Geschichtsmythen unter der Lupe

Nordhausen im Nationalsozialismus - Mythen und Legenden

Vortrag von Dr. Andreas Froese (KZ Gedenkstätte Mittelbau-Dora)

vom 21. Mai 2026

Wie stellte sich die nationalsozialistische Herrschaft in Nordhausen dar? Wie sah der Alltag der Bevölkerung aus — und was konnten die Menschen von den umliegenden Lagern und NS-Verbrechen wissen? Dieser Vortrag beleuchtet das Leben in der Stadt unter der Diktatur und fragt nach Mitwisserschaft, Täterschaft, Widerstand und Verantwortung. Ein Schwerpunkt liegt auf dem April 1945: der verheerenden Bombardierung der Stadt und der Befreiung des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora — zwei Ereignisse, die Nordhausens Kriegsende bis heute prägen.

Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe „Fake History – Geschichtsbilder unter der Lupe“ und wird getragen von Geschichte statt Mythen, History4Democracy und der Thüringer Landeszentrale für politische Bildung. 

„Naturschutz ist Rasseschutz" – Hermann Löns und der Heimatschutz

Vortrag von Prof. Dr. Jens-Christian Wagner (Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora/ Universität Jena)

vom 28. Mai 2026

Hermann Löns ist im öffentlichen Raum präsent. In vielen Orten in Deutschland sind Straßen oder Plätze nach Hermann Löns benannt. Rund 150 Gedenksteine gibt es bis heute in Deutschland – einige davon in Thüringen.  So wurde auf dem Seeberg in Gotha 1928 ein Gedenkstein errichtet, 1972 aufgrund militärischer Nutzung abgeräumt – und dann 1998 wieder aufgestellt. Wie gelingt ein angemessener Umgang mit der Erinnerung an Hermann Löns? Welche Aufgaben leiten sich hier für die historisch-politische Bildungsarbeit ab?

Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe „Fake History – Geschichtsbilder unter der Lupe“ und wird getragen von Geschichte statt Mythen, History4Democracy und der Thüringer Landeszentrale für politische Bildung.

Ein deutsches Mittelalter? Antidemokratische Mythen von einer fernen Vergangenheit

Vortrag von Prof. Dr. Christoph Dartmann (Universität Hamburg)

 vom 15. Juni 2026

Das Mittelalter fasziniert bis heute und prägt die Identität vieler Städte, etwa durch Feste wie in Bad Langensalza. Gleichzeitig wurde es seit dem 19. Jahrhundert für nationale und antidemokratische Mythen genutzt. Besonders mittelalterliche „deutsche“ Könige dienten dazu, Vorstellungen von Größe und Überlegenheit zu verbreiten. In der NS-Zeit diente die Erinnerung an mittelalterliche Herrscher der Legitimation von Machtpolitik. Bis heute greifen rechtsextreme Gruppen auf ein idealisiertes Mittelalterbild zurück, das von einer vermeintlich homogenen Gemeinschaft, traditionellen Rollenbildern und einer „ursprünglichen“ Lebensweise geprägt ist.

Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe „Fake History – Geschichtsbilder unter der Lupe“ und wird getragen von Geschichte statt Mythen, History4Democracy und der Thüringer Landeszentrale für politische Bildung.