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Liebe Leserinnen und Leser,
2026 wird die Landeszentrale 35 Jahre alt! Der Standort in Thüringen gehört zu einem der ersten Landeszentralen in den neuen Bundesländern, die nach der Wiedervereinigung ihre Arbeit aufgenommen haben. Gegründet wurde sie am 23. Februar 1991 von Thüringens erstem Ministerpräsidenten Josef Duchac. Nach dem Mauerfall, mit dem Systemwechsel gab es einen großen Informationsbedarf – vor allem bei Lehrkräften, die ihren Schülerinnen und Schülern helfen wollten, sich unter den veränderten Verhältnissen zu orientieren.
Die Landeszentrale reagierte darauf: Mit Publikationen, die Wissen über politische Institutionen und Verfahren vermittelte. Anfangs kamen viele Broschüren noch aus dem Partnerland Hessen. Bald schon hat die Landeszentrale selbst Bücher herausgegeben – bis heute bieten Reihen wie die „Blätter zur Landeskunde“ oder die „Quellen zur Geschichte Thüringens“ verlässlich recherchiertes Grundlagenwissen zur Geschichte des Freistaates.
Ein weiteres Format der Bildungsarbeit waren und sind Veranstaltungen. Politische Bildung braucht den Austausch. Wie aber erreicht man Präsenz in einem Flächenland wie Thüringen, in dem rund 85% der Menschen in den ländlichen Räumen leben? Das geht nur durch gute Partnerschaften: Über die Jahrzehnte konnte die Landeszentrale ein Netzwerk aufbauen mit Stadtbüchereien, Volkshochschulen, großen Vereinen und kleinen Initiativen. Gemeinsam auf Fragen, Interessen und Bedarfe vor Ort reagieren und statt Konzepte von außen überzustülpen- das ist bis heute ein Grundsatz der Arbeitsweise der Landeszentrale.
Ein weiterer Grundsatz unserer Arbeit ist der Beutelsbacher Konsens: Kontroverse Themen sollen kontrovers dargestellt, Überwältigung mit Reflektion begegnet und jeder in die Lage versetzt werden, sich selbst ein Urteil bilden zu können. Vor 50 Jahren hat sich die politische Bildung auf diese Prinzipien verständigt. Für uns weiterhin ein Kompass – gerade in turbulenten Zeiten.
Einige Fragen, die uns heute beschäftigen, sind andere als vor 35 Jahren: Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Klimawandel… Die Themen haben sich verändert, unser Elan ist geblieben. Nach wie vor geht es uns darum, Fragen zu stellen, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und Lust auf Austausch zu wecken.
35 Jahre wären ohne viele Menschen nicht möglich gewesen. Wir möchten Danke sagen: Danke an alle, die uns begleitet haben, die die zu unseren Veranstaltungen kommen, die mitdiskutieren und die mit uns politische Bildung in Thüringen gestalten.
Und weil ein Geburtstag am schönsten gemeinsam gefeiert wird, laden wie Sie herzlich ein zu unserem Sommerfest am Freitag, 11. September, 14- 18 Uhr rund um das Wachhaus am Hirschgarten in Erfurt.
Aber: Wir feiern nicht nur – wir haben Ihnen auch ein reiches Programm an Veranstaltungen und Publikationen zusammengestellt. Wir freuen uns, wenn auch für Sie etwas dabei ist.
Viel Spaß beim Stöbern!
Ihre Miriam Rieger
Referentin für historisch-politische Bildung
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