Persönliche Geschichte: Michael Trostorff
Seit dem 6. Dezember 1989 leitete der junge Bezirkschef – ein Oberstleutnant und Leiter des Amtes für Nationale Sicherheit – ein geschickt inszeniertes Täuschungsmanöver. Dabei wurde gegenüber der Presse und der Bürgerbewegung der Eindruck erweckt, die Aktenräume würden gesichert, während tatsächlich weiterhin heimlich Unterlagen vernichtet wurden. In einem Telegramm vom 9. Dezember 1989 riefen die Geraer Sicherheitsorgane andere „bewaffnete Organe“ dazu auf, die „Anstifter“, Aufwiegler und Organisatoren dieser angeblich staatsfeindlichen Aktivitäten zu entlarven und auszuschalten. Dieses Telegramm wurde später am Runden Tisch in Berlin verlesen und diente dort als Beleg für die Unreformierbarkeit der Stasi.