Persönliche Geschichte: Margard Wohlfahrt
Eigentlich weiß Margard Wohlfahrt schon beim Klingeln, dass sie an ihrer nächsten Adresse nicht willkommen ist. Der Theaterwissenschaftlerin wurde in der DDR ein Berufsverbot erteilt, weshalb sie in Altenburg die unabhängige „Altenburger Akademie“ gründete, für deren Theateraufführung sie gerade Werbung macht, indem sie von Tür zu Tür geht. Hinter der nächsten Tür wartet niemand geringeres als ihre örtliche Kreisdienststelle des Ministeriums für Staatssicherheit. Wenig überraschend wird sie mit ihren Theaterkarten brüsk abgewiesen. Es sind negative Erlebnisse wie diese, die sie später zusammen mit ihrem Mann, Pfarrer Michael Wohlfahrt, dazu bewegen, sich gegen das Regime zu engagieren. Michael Wohlfahrts Format „Die offene Kirche“ wurde Zentrum für all diejenigen Altenburger, die seinen Ärger über das System der DDR teilten.